Der Boden – Holz, Steine und Erde

Für unser Häuschen haben wir uns entschieden Holzdielen zu verlegen, aber auch einen Bereich mit einem Stampflehm zu wagen.

DSC_3487Wie haben wir es gemacht?? Im Bild oben erkennt man die betonierten Streifenfundamente, unter der ca. 20 cm dicken Betonschicht ist ein 80 cm tiefer Fundamentgraben, der mit Kieselsteinen gefüllt ist. Unter dem zukünftigen Boden ist eine Schicht von 20 cm Kieselsteinen direkt auf dem Erdboden, um eventuell aufsteigender Feuchtigkeit den Weg zu versperren.

DSC_3601Auf dem Streifenfundament ist eine Bitumenbahn, wieder wegen der aufsteigenden Feuchtigkeit, darauf ist ein kleiner gemauerter Sockel aus Backsteinen und Kalkzement auf dem dann die Cord-Wood-Wände in die Höhe wachsen.

Die Kieselsteine habe ich mit dem Rechen und einer langen Wasserwaage geebnet und dort wo der Holzboden später hinkommt Europaletten als Unterboden verlegt.

DSC_3609 Auf die Europaletten habe ich OSB Platten mit Nut und Feder verschraubt. Unter dem Holzboden ist also eine isolierende Luftschicht – Maussicher wegen dem Backsteinsockel rundherum und keine kalte Zugluft durch Bodenritzen von unten. Später habe ich auf die OSB Platten dann noch einen schönen Lärchendielenboden verlegt.

DSC_3630 Unter der Küchenzeile und dem Küchenherd haben wir uns für einen Stampflehmboden entschieden. Es ist der „Boden“-ständigste und ehrlichste Boden den ich mir vorstellen kann. Im Winter speicher er die Strahlungswärme vom Holzofen, im Sommer wirkt er eher kühlend.

Auf den Kieselsteinen ist eine eher dünne Schicht aus viel gehäckseltem Stroh und wenig Lehm als thermische Isolation, die ich lange Zeit trocknen ließ, ehe der eigentliche Stampflehmboden dran kam.

DSC_3704Die mit wenig Wasser angerührte Lehmmischung besteht aus 3 Teilen grobem Sand, 1 Teil Lehm und 1 Teil gehäckseltem Stroh. Beim „verlegen“ sah es für einen halben Tag sehr wild aus 🙂

DSC_3709… doch mit Hilfe von meinem Nachbarn Mike und meinem beiden Baustellenelfen sah es am späteren Nachmittag schon viel besser aus.

DSC_3710Der Lehmboden schließt bündig mit den USB Platten ab. Auf die Platten kommt später der Dielenboden, und wenn der ca. 15 cm starke Lehmboden vollständig getrocknet ist, kommt darauf noch eine weitere Lehmbodenschicht mit feinerem Sand und weniger Stroh als Abschlussschicht.

DSC_3801Im Eingangsbereich haben wir einige Natursteinplatten so auf den feuchten Lehmboden gelegt, dass sie auf dem endgültigen Bodenniveau zu liegen kommen.

DSC_3883

Hier habe ich die Holzdielen verlegt. Eingelassen habe ich sie mit einer selbstgekochten Mischung aus Leinölfirnis und Bienenwachs.

DSC_4121So sieht der Lehmboden nun aus: Unter dem Holzofen ist er ein wenig schneller getrocknet, daher die großen Risse, aber auch der Rest ist langsam aber sicher abgetrocknet und hart wie Beton.

Was noch fehlt ist also die 2,5 cm dicke Abschlussschicht für den Lehmboden – aber diese Arbeit werden ich in den Hochsommer verlegen, da der Boden dann wieder nicht betreten werden kann…

Wenn er dann abgetrocknet ist wird er mehrfach mit der bewährten Leinöl-Bienwachs-Mischung eingelassen, dann ist der Boden abriebfest und feucht wischbar.

Es ist ein tolles Gefühl mitten im Haus einen Lehmboden zu haben, der ohne viele Zwischenschichten direkt mit dem Mutterboden verbunden ist – wer hier steht ist wahrlich geerdet !!

Der Stampflehmboden zum weiterlesen

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5 Kommentare zu “Der Boden – Holz, Steine und Erde”

    1. Danke Ralf! Zum Thema „sich öffnende Tür“ fallen mir hier inspirierende Worte von William Blake ein: „If the doors of perception were cleansed
      everything would appear to man as it is, infinite.“
      🙂

  1. Danke für den Bericht! Wie sehen denn so in etwa die Kosten für den kompletten Lehmboden aus? Ich könnte mir so einen Boden auch vorstellen, allerdings für einen Schuppen.

    1. Hallo! Also die Gesamtkosten zu berechnen ist mir schwer möglich, aber ich kann die „Zutaten“ für den Lehmboden hier aufzählen. Wieviel das kostet ist davon abhängig ob das Material angekauft werden muss, oder vom eigenen Grundstück bezogen werden kann. Wir haben Lehm, Sand, Stroh, Wasser und frische Kuhfladen (super Textur und riecht trocken nicht mehr) verwendet. Zum Abschluss und zum Versiegeln noch Leinöl und Bienenwachs. Dazu kommen viele Arbeitsstunden 🙂 Ein ausführlicher Bericht der letzten Arbeitsschritte und dem Versiegeln des Bodens folgt in absehbarer Zeit! Es ist auf jeden Fall ein sehr günstiger ökologischer Bodenbelag!

      1. Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort und sorry, dass ich erst jetzt antworte! Ich habe die Email gerade zufällig bei wordpress entdeckt. Gutes Gelingen weiterhin und danke für die Tips!

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